Was die Presse so schreibt !

( In kleinen Auszügen )

Bensheim

"Dass der nach wie vor kess berlinernde Musiker zur Crème der europäischen Folk-Blues-Gitarristik zählt, machte er mit großer Souveränität und sich stetig erneuernder Spielfreude deutlich. Zwischen Sattel und Schalloch des Gitarrenhalses ist bei ihm kein Ton vor Entdeckung sicher. Seine Picking-Technik verdient bis heute die Prädikate präzise und innovativ".


Ahlen

"Faszinierend, wie schlafwandlerisch sicher er über die Saiten huscht, wie er mit blitzschnell wechselnden Grifffolgen den Eindruck zu erwecken vermag, es stünden mehrere Gitarristen auf der Bühne.
Rock, Blues, Ragtime, auch ein Ausflug ins Lateinamerikanische, Lämmerhirt beweist auch an diesem Abend, dass er sich mit seiner Gitarre überall wohl fühlt.


WAZ

"Lämmerhirt flitzt über die Saiten wie ein Irrwisch - mit einer Artistik, die im "Kult-uriges" einige Kiefer runterklappen lässt. Und trotzdem wirken die Songs beim Hören spielerisch einfach, finden ihren Weg umgehend in die Herzen der Zuhörer - der Laie merkt kaum, dass der Mann mit 14 verschiedenen Saitenstimmungen arbeitet und Kombinationen zupft, nach denen viele Musiker ihr ganzes Leben suchen."


Bochum

"Und dann Werner Lämmerhirt, der Mann wurde vor 30 Jahren als Co-Gitarrist von Hannes Wader zum Gitarren-Guru einer ganzen Generation, und diesen Ruf hat er, beharrlich wie er als Berliner Junge nun mal ist, Zug um Zug ausgebaut. Werner L. spielt eigentlich "nur" klassisches Folk-Picking, aber er spielt halt in einer eigenen Liga. Fa-zi-nie.rend!
Und auch a bissel erschreckend... Denn wer sich damals, mit 15, als aufstrebender Jung-Gitarrero an finger-brechende Lämmerhirt-Klassiker à la "Lincoln Duncan" oder "Long Way Back Home" getraut hatte, musste sich am Sonntag mit ungefähr 45, eingestehen, dass die Zeit den musikalisch-technischen Abstand eher noch vergrößert hat. Aber o.k., der Abend im Riff war schließlich super. Und es gibt Schlimmeres im Leben, als ausgerechnet gegen Werner Lämmerhirt den Kürzeren zu ziehen".


Nordbayrische Nachrichten

Ganz ohne Schnörkel

Im Jungen Theater Forchheim stellte sich Lämmerhirt als Fels in der Brandung lifestyle-geprägter Hektik vor.
Lämmerhirt bringt das Kunststück fertig, mit seinem Spiel über die Jahre hinweg den Laien wie den Musiker gleichermaßen zu begeistern. Lämmerhirt ist einer, der bei aller Virtuosität die Melodie niemals aufgibt, sich niemals verliert in pennelerhafter Technikverliebtheit. Er weiß, dass er gut ist, und kann sich deshalb eine entspannte, mitunter leise selbstironische Haltung leisten.
Launische Ansagen machen einen Abend mit Lämmerhirt kurzweilig, seine Geschichten und Schnurren, ein wenig scharmante Werbund für die neue CD "Harte Zeiten", deren Stücke er an diesem großteils vorstellt, all das sorgt für eine warme und wohlige Stimmung, wie sie auch ein Specksteinofen hervorbringen mag, von dessen Kauf Lämmerhirt ganz beiläufig berichtet.
Lämmerhirts Gesang ist eine eigentümliche Ergänzung zu dem klanglichen Glanz, den er seinen Melodien verleit, ohne sie jemals in überbordenem Prunk zu ersticken. Er ist rau, malzig heiser, mit einer feinen Note Rauch. Wenn Lämmerhirt sein Lied vom Meer singt, dann vermeint man es schier auf der Zunge zu spüren, ein Aroma: Jod, Rauch, Holz, Torf, Whisky.
Viele Gitarristen bleiben auch als Bild in der Erinnerung haften: Da ist der austauschbare Studiofuddler, der namenlos Bleibende, mit dem eine Band großer Namen ihre früh Verschiedenen ersetzt. da ist der Altblueser an der arg lädierten ehrwürdig entlackten Gitarre, da gibt es welche, die das Instrument hoch halten, der Senkrechten zugeneigt, und es umarmen.
Und da gibt es Lämmerhirt, in dr Regel über den Gitarrenhals gebeugt, den er mit einer Hand, einen Handgelenk umgreift, das aus Gummi bestehen muss, so wie er damit - nicht greift, nein, nicht so schnöde - den Hals fast zu umwickeln scheint.
Ein begeistert bejubelter Auftritt in Forchheim - wie beim letzten Gastspiel auch. Insofern ist ein Abend mit Lämmerhirt eine im besten Sinne risikolose Investition, die reichlich Wohlgefühl einbringt. Seine Musik schlägt eine breite Bresche durch den Alltagsmüll und verschafft uns eine Atempause.

ALEXANDER J. WAHL

Die RHEINPFALZ schreibt:

FINGERPICKER VON HERAUSRAGENDER QUALITÄT

Seit Wochen war der Weilerbacher Bürgerkeller ausverkauft, denn mit dem Gitarren-Guru Werner Lämmerhirt präsentierte der Kleinkunstverein "Dreschflegel" am Samstag eine Folk-Ikone, die ganze Gitarrengenerationen beeinflusst hat. Die Erwartungen der Fans wurden nicht enttäuscht. Ein absoluter Höhepunkt in der 20-jährigen Geschichte des rührigen Veranstalters.
Der Tausendsassa auf der Gitarre lieferte alle Zutaten zwischen herrlicher Rhythmik, stilistischer Vielfalt, gutem Entertainment und aufregenden Neuentdeckungen.. Der fast 60-jährige geborene Berliner, der im Weserbergland wohnt, ist ein Fingerpicker von herausragenden Qualitäten, der ungemein groovend, locker und außergewöhnlich gefällig spielt. Seit 40 Jahren ist er im Geschäft, der Zahn der Zeit hat an ihm genagt. Aber nur äußerlich. Seine Finger huschen über die sechs Saiten wie 100 Krabbelmäuse.
Der Ganze Körper geht mit, wenn er erzählt oder spielt. Dieser positiv Verrückte nimmt auf der Suche nach der Musik nicht einmal Rücksicht auf die Schwerkraft. Intensiv mitwippend, ekstatisch mit Kopf und Schulter zuckend im Tiefenrausch seiner unfassbaren Notenkaskaden spielt er sein Publikum wie nichts in Trance. Mit abgedämpften , synkopierten Bass-Riffs, unvorstellbarer Schnelligkeit und kompositorischer Tiefe fasziniert er ein ums andere Mal. Mit jedem Song zieht er eine neue Trumpfkarte aus dem Ärmel.
Er spielt mit einem Vier-Finger-Zupfmuster, streut kleine Variationen und charakteristische Hammerings ein und erhöht die Spannung durch plötzliche Breaks. Der Daumen übernimmt die Basslinien, während die drei übrigen Finger die Melodielinien modulieren und die Noten wie Kaskaden von Wassertropfen herunterfallen lassen. Dabei hat sein Instrument eine betörende Reinheit und Intensität.
Jeder gesungenen Liedzeile ließ er gitarristische Statements von außerordentlicher, elektrisierender Dynamik folgen.
Das Publikum genoss seine Gitarren-Explosionen und war aus dem Häuschen. Kaum jemand, der von der aufwühlenden wie gefühlvollen Musik nicht gepackt wurde. Zwei Zugaben.

WALTER FALK